Dies & Das

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Monat: Juli 2017

Frisch gewaschen und frisiert…. 😁🐶

Münchner Bergsteiger stirbt durch Steinschlag in Tirol

Münchner Bergsteiger stirbt durch Steinschlag in Tirol
Der 34-Jährige ist mit seiner Freundin auf dem Mittenwalder Höhenweg unterwegs, als es über ihnen zum Felssturz kommt.

Bei einem Felssturz bei Scharnitz in Tirol ist ein 34 Jahre alter Münchner ums Leben gekommen. Der Mann wurde am Samstagvormittag von herabfallenden Steinen getroffen, stürzte in eine Rinne ab und erlitt dabei tödliche Verletzungen. Seine Lebensgefährtin hatte sich zuvor noch in Sicherheit bringen können und blieb unverletzt, wie die Polizei mitteilte.

Der 34-Jährige war mit seiner Lebensgefährtin auf dem Mittenwalder Höhenweg im Bereich der Sulzleklammspitze unterwegs, im Grenzgebiet zwischen Österreich und Deutschland, als sich über ihnen ein Felssturz ereignete. Zum Zeitpunkt des Steinschlags waren etwa 19 Wanderer in dem Gebiet unterwegs. Weitere Personen wurden jedoch nicht verletzt. Im Einsatz waren Rettungskräfte aus Tirol und Bayern.

Vorbereitung der Bahn abgeschlossen. La Speedway für den Nachtlauf bereit. 

Nachtrennen am kommenden Wochenende 



Stundenlang in Gletscherspalte gefangen

Stundenlang in Gletscherspalte gefangen



Mit einer lebensgefährlichen Unterkühlung wurde am späten Samstagabend ein italienischer Urlauber aus einer Gletscherspalte am Stilfser Joch geborgen. Der Mann hatte in rund 15 Metern Tiefe stundenlang ausharren müssen. Das berichten die “Dolomiten” in ihrer Montagausgabe.

Nachdem der Urlauber von einem Spaziergang nicht mehr zurückgekommen war, machten sich Bergretter und Finanzwache auf, um nach dem Mann zu suchen.

Stunden nach der Alarmierung fanden die Suchmannschaften den Vermissten in einer Gletscherspalte unterhalb der Naglerspitze.

Der Mann musste vor Ort reanimiert werden.

Er wurde schließlich mit dem Rettungshubschrauber der Rega in eine Spezialklinik in die Schweiz geflogen.

Jetzt ist es soweit 🍰

Hilferuf in Buchstabensuppe: Polizei stürmt Nudelfabrik

Hilferuf in Buchstabensuppe: Polizei stürmt Nudelfabrik

https://goo.gl/b2jR77

Sulden: Frau stürzt 300 Meter in den Tod

Sulden: Frau stürzt 300 Meter in den Tod 

https://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Lokal/Sulden-Frau-stuerzt-300-Meter-in-den-Tod

Am Südpol ist einer der größten je beobachteten Eisberge abgebrochen

Am Südpol ist einer der größten je beobachteten Eisberge abgebrochen – 

http://bndl.tw/iPEVrxPL

Schau dir “Schlechtes Wetter in Vaterstetten” auf YouTube an

Ich denke für bekommen schlechtes Wetter 


Abend Stimmung im Infineon Park

Mit transplantierter Lunge auf den Kilimandscharo

Mit transplantierter Lunge auf den Kilimandscharo


Einen besonderen Gipfelsieg haben acht Lungentransplantierte gemeinsam mit Ärzten und Betreuern der MedUni Wien/AKH im Juni gefeiert: Sie bestiegen den Kilimandscharo, den höchsten Berg Afrikas, und zeigten, welche Lebensqualität und Leistungsfähigkeit durch eine Transplantation erreicht werden kann.

„Im ersten Moment war das natürlich schon eine ein bisschen verrückte Idee“, sagte Walter Klepetko, Leiter der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie der MedUni/AKH Wien. „Da ist auch ein enormes Risiko dabei gewesen, das wir sehr bewusst und geordnet eingegangen sind.“

Bei der Vorbereitung und der medizinischen Kontrolle während der Expedition gingen die Ärzte, darunter Klepetko und der Pulmologe Peter Jaksch, und auch die Patienten kein Risiko ein. Vor dem Aufstieg wurden Ausdauer und Kraft trainiert, währenddessen regelmäßig verschiedene Werte – u. a. Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoff und Immunsuppressionsspiegel – der Teilnehmer gecheckt. Alle nötigen Medikamente, auch für mögliche Notfälle, wurden mitgeführt.

8 Patienten und 24 Begleitpersonen

Ohne schwerwiegende gesundheitliche Probleme erreichten dann am 18. Juni acht Patienten aus sechs Ländern sowie 24 Begleitpersonen – Ärzte, Physiotherapeuten und Krankenpfleger – nach insgesamt acht Tagen den Gipfel des Kilimandscharo (5.895 Meter) im ostafrikanischen Tansania. Zwei Patienten hatten bei einer Höhe von 4.000 Metern ihre Grenzen erkannt und waren sicherheitshalber umgekehrt. Täglich wurde eine Strecke von rund 15 bis 17 Kilometern bewältigt, zumeist unter schwierigen Bedingungen wie eisigen Temperaturen.

Die wagemutige Idee zu der gemeinsamen Expedition hatte Jaksch, der am AKH Wien die Patienten nach deren Lungentransplantationen betreut. Er übernahm die Planung und Organisation der Tour. Vor etwa zwei Jahren hatte er begonnen, nach geeigneten Teilnehmern zu suchen. Die Lungentransplantation der Patienten musste mindestens ein Jahr her sein, ihre Lungenfunktion normal und die ergometrisch gemessene Fitness top. Alterslimit gab es keines. Die Patienten waren im Alter zwischen 23 und 63 Jahren und bereiteten sich etwa ein Jahr lang individuell körperlich und mental auf das Abenteuer vor.

Frage des Willens

Für den 45-jährigen Teilnehmer Andreas Gappmayr, der vor seiner Transplantation 2002 an Cystischer Fibrose gelitten hatte, waren die gegebene Sicherheit und die gute Betreuung während der Expedition ein wichtiger Aspekt, mitzumachen. Er war zuvor bereits schon sportlich und geht gerne auf die heimischen Berge. Der Aufstieg in Afrika sei anfangs aber sehr beschwerlich gewesen. „Es hat schon Überwindung gekostet, die ganze Sache“, sagte der Salzburger, „Im letzten Drittel war dann kurz mal die Frage, ob man aufgeben soll oder nicht. Dann beißt man halt nochmal die Zähne zusammen und versucht, sein Bestes zu geben. Die Sonne ist dann schlussendlich aufgegangen, das gibt einem noch einen Impuls mehr, dass man weitergeht. Der Gipfelsieg ist dann natürlich das Unbeschreibliche. Ich hab das Glück gehabt, dass meine zukünftige Frau mitgehen durfte – und ich hab ihr oben einen Heiratsantrag gemacht. Das war das Glücksgefühl für uns beide schlechthin.“

Für Klepetko hob das gemeinsame Erlebnis zudem die Arzt-Patienten-Beziehung auf ein neues Niveau. Der Chirurg freute sich diesbezüglich über ein intensiviertes Erleben: „Es war so beeindruckend zu sehen, wie schaut das Leben dieser Menschen aus, was ist da möglich, wie empfinden sie das. Das war wirklich sehr bereichernd. Wenn man acht Tage mit seinen Patienten unterwegs und teilweise auch in schwierigen Situationen zusammen ist, die meistert, das schweißt einerseits menschlich zusammen, andererseits bekommt man einen viel detaillierteren Blick auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten eines Patienten. Das ist etwas, das ich als sehr, sehr positiv vom Berg mit heim genommen habe.“

Forschung auf der Wanderschaft

Man habe durch das Unternehmen zeigen wollen, was „nach so großen Eingriffen und mit moderner Medizin“ erreichbar ist. Zudem wurden permanent Untersuchungen während der Expedition durchgeführt, zu deren Ergebnissen nun mehrere wissenschaftliche Publikationen geplant sind. Die Auswertungen laufen derzeit noch und sollen laut Klepetko bis September dieses Jahres finalisiert sein: „Was man jetzt schon zum Ergebnis sagen kann: Die Sauerstoffwerte waren bei den Transplantierten besser als bei den Nicht-Transplantierten“.

Mit der Expedition habe man auch die Internationalität des erfolgreichen Transplantationsprogramms in Wien würdigen wollen, erklärte Klepetko. Die Teilnehmer waren aus sechs verschiedenen Ländern – „im Wesentlichen die Länder, mit denen wir in den letzten 15 bis 20 Jahren eine Kooperation gehabt haben.“ Organe aus diesen Ländern (u. a. Ungarn, Slowenien, Rumänien, Griechenland) wurden in Österreich verpflanzt, Patienten aus den betreffenden Ländern in Wien operiert. Zum „großen Vorteil Österreichs“ da „überschüssige“ Organe hierzulande transplantiert wurden und so auch die Mortalität auf der Warteliste sehr gering sei.

Nächstes Jahr wieder?

In Zukunft müsse man schauen, wie das Programm weiter fortsetzen werden kann, meinte Klepetko. Man sei bemüht, die einzelnen Länder selbstständig zu machen. In Budapest werde bereits mit Unterstützung aus Wien erfolgreich transplantiert, die nächsten Schritte seien Slowenien und in einem Zeitraum von etwa zwei bis drei Jahren solle auch in Griechenland eigenständig transplantiert werden. Die Slowakei ist nicht mehr bei der Kooperation dabei, da es Schwierigkeiten mit der Bereitstellung der Organe gegeben habe. Das sei jedoch ein Ausnahmefall. „Erfreulicherweise ist es mir aber gelungen, das Land stärker an Tschechien zu binden“, sagte Klepetko.

„Wir haben im Laufe der Jahre die Ergebnisse immer weiter verbessern können“, lobte Klepetko das AKH bzw. die MedUni Wien als eines der vier weltweit führenden Zentren für Lungentransplantation. Seit der ersten Transplantation 1989 wurden insgesamt über 1.800 weitere durchgeführt. Die Mortalität sei mittlerweile sehr gering. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 wurden bereits 57 Lungen transplantiert, „nur“ ein Patient sei dabei verstorben. „Wir sind in einem Bereich angekommen, wo wir wirklich eine hohe Qualität erreicht haben“, so Klepetko.

Alpen Nationalpark 🏞 

Alpen-Nationalpark
:
Es geht aufwärts


Bei Berchtesgaden liegt Deutschlands einziger Alpen-Nationalpark. Es gibt kein schöneres Revier für eine Tour von Hütte zu Hütte – zu Fuß durch die Wildnis zum Höhenrausch.


Jenseits der Baumgrenze: Das Hochplateau des 2.276 Meter hohen Schneibsteins gefällt nicht nur den Steinböcken – die Kleine Berchtesgadener Reibn ist eine beliebte Rundtour.
Aus dem Tal, von Schönau am Königssee, schaukeln wir mit der Jennerbahn in einer Gondel in die Höhe. Unter uns entrollt sich die Landschaft als grün-blau gesprenkelter Gobelin. Zerklüftete Felsen, Tannenwälder, immer wieder blitzt der Königssee zu uns hinauf. Wir schweben über die Alpenlandschaft, über die der bayerische Volksschriftsteller Ludwig Ganghofer, dessen Romane oft im Berchtesgadener Land spielen, einmal gesagt hat: “Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Land.”
Und tatsächlich lädt das duftige Grün der Almwiesen schier zum Kopfsprung ein. 1.800 Meter hoch liegt die Bergstation des Jenner, wir steigen aus der Gondel und beginnen gemächlich unseren Weg: Drei Tage werden wir wandern, über den Unteren Hirschenlauf zur Gotzenalm, übers Landtal zur Wasseralm, über den steilen Röthsteig wieder hinab an den Königssee. Um die 20 Kilometer sind es insgesamt, aber es geht beständig auf und ab – und am Ende fast 800 Höhenmeter nach unten.

Wir legen los. Kaum Steigung, rechts und links von uns Tannen und Wiesen, Vögel tschilpen, Bächlein rieseln und ab und an steht eine Kuh in der Mitte des Pfades und sieht uns mit samtenem Dulderblick an. Am Wegesrand liegt eine Hütte, ein uriger Holzstadel: die Wasserfallalm. Im Schatten des Watzmann, von Almwiesen umgeben.

Die Hütte ist bewirtschaftet, Anita Hohenreiter heißt die Sennerin, sie ist 27, liebt die Berge, die Kühe, das Kasen, wie man hier das Käsemachen nennt. In den Wintern hilft sie auf Höfen im Tal aus, in den langen Sommern ist sie hier oben, seit sie 15 ist. Allein. “Wenn du Angst hast, kannst du nicht auf die Alm”, sagt sie trocken, während sie in der Sauermilch rührt. Aus der wird Schüsselkäse, der, mit Kümmel und Öl angemacht, herrlich zu der dicken Scheibe Roggenbrot schmeckt, die Anita uns serviert. Um fünf in der Früh steht sie auf, versorgt das Vieh, melkt, macht Butter. Die Butter wird in alte Holzmodel gedrückt und auf der Alm verkauft oder unten im Tal. Auch die Milch wird täglich abgeholt und ins Tal gebracht, in blechernen Milchkannen.


Lauschig ist es auf Anitas Alm, die gute Stube hat eine Eckbank mit Herrgottswinkel, auf dem Holztisch liegt ein Buch, die “Klassische Homöopathie für Rinder”, auf dem mit Holz befeuerten Oma-Herd köchelt Milch in einem Blechtopf. Es gibt kein Bad, Anita wäscht sich mit Schüssel und Krug, das Plumpsklohäuschen steht draußen, ein paar Meter vorm Haus. Der Stall ist Wand an Wand, es riecht nach Kuh, nach Dung, nach Käse und Milch, nach Leben und Wärme.

Wenn Anita morgens aus der Hütte tritt, hat sie die Berge, die Wiesen, den Bach nur für sich. Anita kann sich ihr Leben nicht anders vorstellen. Sie ist auf einem Bauernhof groß geworden und war von klein an auf Almen. Im Tal sind ihr die Menschen zu getrieben, von Zeit und Zielen, sie bringen ihre Hektik oft bis zu ihr nach oben, wenn sie auf den Bänken vor der Hütte sitzen und es eilig haben, mit dem Bestellen, mit dem Glas Milch, mit dem Käsebrot, dem Kauen und Schlucken, dem Bezahlen. Wenn die Gäste weg sind, flicht Anita weiter an ihren Zöpfen aus Tannenzweigen, sorgfältig, Meter um Meter. Die Tannengirlanden werden zu Kronen und Arabesken gedreht für die Kühe beim Almabtrieb, wenn sie Anfang Oktober ins Tal geführt werden.



Wir gehen weiter. Durch den Nationalpark Berchtesgaden, einer von 16 in Deutschland. Knapp 210 Quadratkilometer umfasst das Gebiet, in dem so wenig wie möglich in die Natur eingegriffen wird. 1978 wurde der Nationalpark hier ausgewiesen, vor bald 40 Jahren. Und langsam zeigt sich das Ergebnis des Schutzes: Wo Jahrhunderte vor allem Fichten gepflanzt wurden – für die Salzgewinnung brauchte man schnellwachsenden Brennstoff –, steht heute ein Mischwald mit Buchen, Lärchen, Tannen, Fichten und Bergahorn. Auch der sehr seltene Steinadler nistet hier wieder, baut seine Horste an den Felswänden und unter Vorsprüngen, schwingt sich durch die kühle Luft, zwei Meter Flügelspannweite hat das Tier. Fünf Brutpaare leben derzeit hier im Nationalpark Berchtesgaden. Steinadler sind treu: Haben sie ihr Gegenüber einmal gefunden, bleiben sie meist ein Leben lang ein Paar.

Die Senner waren anfangs besorgt: Was sollte nun mit ihren Almen, die oft schon seit Jahrhunderten in Familienbesitz sind, geschehen? Durften die weiter bewirtschaftet werden, in einem so strengen Naturschutzgebiet? Doch die Almen wurden von den Naturschützern rasch als eigener Lebensraum für Wiesenblumen und bestimmte Tiere erkannt – würden die Kühe hier nicht jeden Sommer die Baumsprösslinge wegfressen, würde die Gegend verwalden.

Ohne Facebook 😁? 

Da ich kein Facebook habe, versuche ich mir Freunde zu suchen und zwar ausserhalb von der Facebook-Plattform, aber mit den gleichen Prinzipien…
Also gehe ich jeden Tag auf die Strasse und erkläre den Passanten, was ich gegessen habe, wie ich mich fühle, was ich am gestrigen Abend gemacht habe, was ich heute und zurzeit mache, was ich morgen mache, gebe ihnen ein Foto von meinen Freundinnen und von meinen Meerschweinchen , wie ich mein Fahrrad repariere, wie ich als Kind aussah. Höre aufmerksam den Gesprächen anderer zu und sage:”Es gefällt mir!” 👍 
Und siehe da, es funktioniert!
Zur Zeit habe ich fünf Personen, die mir folgen: 
2 Polizisten, 1 Psychiater, 1 Psychologe und ein Pfleger.
Super! 😎

Es lebe der Montag 🐕

Klimawandel in den Alpen: Für die Arve wird es eng

Klimawandel in den Alpen: Für die Arve wird es eng

https://www.nzz.ch/amp/wissenschaft/klima/klimawandel-in-den-alpen-fuer-die-arve-wird-es-eng-ld.1304067

Über @updayDE gesendet

Wie der Klimawandel Alaska verändert 🗻

Alaska ist der größte Bundesstaat der USA. Und einer, der vom Klimawandel besonders betroffen ist. Doch vom Klima-Kompromiss haben sich die Vereinigten Staaten gerade verabschiedet. Ureinwohner Alaskas sagen: “Wir haben ein Problem.”

Richard Carroll ist nicht allzu gut auf Donald Trump zu sprechen. “Trump?”, fragt er. “Der kann froh sein, wenn er bei uns zehn Stimmen kriegt.” Zehn Stimmen sind zu Hause bei Richard Carroll in Fort Yukon immerhin mehr als zehn Prozent. Bei der zurückliegenden Wahl hatten sich 90 Bürger an der Abstimmung in dem kleinen Dorf in Alaska beteiligt. Die meisten von ihnen sind Ureinwohner und sie treibt vor allem eine Frage um: Wer hat eine Antwort auf den Klimawandel?

Die Polarregion ist wie keine andere auf der Welt von dem betroffen, was Donald Trump noch immer nicht wahrhaben will: Die Temperatur steigt bedrohlich. Wenn es noch wärmer wird, sagen Einheimische, haben sie bald nichts mehr zu essen. Vor allem die Ureinwohner, die zur Wahrung der Würde ihrer Völker nur ungern auf Nahrungsimporte zurückgreifen wollen, leiden schon jetzt.

Fünf Grad mehr sind hier schon Realität

In Savoonga, einer der wohl isoliertesten Siedlungen Alaskas auf der St.-Lorenz-Insel in der Bering-Straße haben die Einheimischen vor ein paar Jahren noch 500 Walrosse gefangen. Im letzten Winter waren es fünf, erzählt Vi Waghivi, eine Einheimische, die inzwischen in Anchorage lebt. Während in den “Lower 48” – wie man in Alaska den Rest der Vereinigten Staaten unter völliger Ignorierung Hawaiis nennt – zumindest Wissenschaftler noch nach Wegen suchen, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, sind in der Polarregion fünf Grad schon längst Realität.

Es liegt einiges auf dem Tisch beim neuen US-Präsidenten: Donald Trump will keine Zeit verlieren. Nachdem er die Gesundheitsreform Obamacare quasi beerdigt und Millionen Muslime fürs Erste zu unerwünschten Gästen erklärt hat, will der Republikaner offenbar auch Hand an bestehende Klima-Abkommen anlegen. Nur vier Tage nach seinem Amtsantritt …
… ordnete Trump den Weiterbau zweier umstrittener Pipeline-Projekte an. Keystone XL heißt eines davon. Die Pipeline soll Öl aus Kanada zu Raffinerien in Texas befördern. Trumps Vorgänger Obama hatte das Projekt wegen Klimaschutz-Bedenken auf Eis gelegt. Dass die Pipeline nun doch …
… wenn er – wie hier nahe dem schottischen Aberdeen – eine Golfanlage darauf bauen kann. Die Anwohner hatten lange dagegen protestiert. Vergeblich. 

WISSEN


Nasa dokumentiert Umweltschäden
Der Klimawandel existiert, Mr. Trump!
Das hat extreme Auswirkungen. Die Rentierherden verändern ihre Wanderrouten, zugefrorene Flüsse dienen mangels tragfähiger Eisdecke nicht mehr ausreichend lange als Verkehrswege, Walrosse haben keine Jagdgrundlage mehr. Das ganze Leben in der Arktis ist im Aufruhr. “Die Winter werden milder, manchmal regnet es”, sagt Carroll.

Alaska leidet unter dem Klimawandel. Schon 2007 hatte die damalige Gouverneurin Sarah Palin eine eigene Abteilung gegründet, die nach Lösungen für bedrohte Menschen und Dörfer suchen sollte. Hohe Millionenbeträge flossen in die Forschung. Doch ihr Nachfolger Sean Parnell machte 2011 alles wieder rückgängig, der Geldhahn war plötzlich zu. Parnell hatte Angst, der Ölindustrie zu viel Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Donald Trump will jetzt auch noch den Bundesanteil eindampfen.

Trump ist weit weg von Alaska

Das Gemeindezentrum des Gwichin-Stammes in Fort Yukon.

Der Immobilienmilliardär von der Ostküste ist ganz weit weg von den Nöten in Alaska. 15 Flugstunden und vier Zeitzonen, um genau zu sein. In Fort Yukon, einem ehemaligen Handelsposten für Felle, 13 Kilometer nördlich des Polarkreises gelegen und nur aus der Luft oder mühsam per Floß über den Yukon River zu erreichen, leben vor allem Ureinwohner vom Stamme der Gwitchin. Ungefähr 550 Menschen sind hier zu Hause, die Zahl ist in den vergangenen Jahren einigermaßen stabil.

“Meine Kinder sind mit 400 von ihnen verwandt”, sagt Richard Carroll, ein kleiner, drahtiger Mann mit der typischen Physiognomie der Ureinwohner und einem langen schwarzen Pferdeschwanz unter der Baseballmütze. Er ist der Bürgermeister des Dorfes. “Ich empfehle allen, hier wegzugehen. Es gibt keine Jobs. Und die, die es gibt, die sind besetzt”, sagt er frei heraus. “Isolation und Alkoholismus als Folge, das ist hier ein ernstes Problem.” Fort Yukon macht auf den ersten Blick einen Eindruck, den man woanders als trostlos beschreiben würde. Die wenigen Straßen sind nicht asphaltiert, die oft im Eigenbau errichteten Häuser wirken vernachlässigt. Davor stehen alte Autos, manche liegen auf der Seite, anderen fehlen Türen, Fenster oder Motorhauben.

Doch der Eindruck trügt. Was nach Verwahrlosung aussieht, ist eher Effizienz. Geteerte Straßen wären bei den enormen Temperaturschwankungen ein Groschengrab. Für ihre Autos brauchen die Menschen eigene Ersatzteillager. Ein Besuch in einer Werkstatt würde eine Mehrtagesreise mit dem Floß über den Yukon River bedeuten. Und selbst das geht nur im Hochsommer.

Von der Natur leben, das war gestern

Die Arbeitslosenquote in Fort Yukon liegt bei 85 Prozent, 20 Prozent der Menschen leben offiziell unter der Armutsgrenze. Keine untypischen Werte für das ländliche Alaska. Wer hier nicht zu den drei Dutzend Glücklichen zählt, die einen Job bei einer Gemeindeeinrichtung haben oder eine gute Idee, der hat ein Problem. Die Grundlage für die traditionelle Lebensweise – in Abhängigkeit von der Natur und mit ihr im Einklang – sie fällt immer mehr weg. “Der Klimawandel nimmt den Ureinwohnern Alaskas die Nahrungssicherheit”, sagt Vi Waghivi.

Die Verlockungen der Bodenschätze kommen hinzu. Schon 1988 haben die Gwitchin-Völker aus Alaska und Kanada einen gemeinsamen Steuerkreis gebildet, weil die mächtigen Ölfirmen auf Land bohren wollten, wo die Tiere der großen Rentierherde ihre Jungen zur Welt bringen. Bernadette Dementieff ist heute Mitglied des Steuerkreises. Die 40-Jährige stammt aus Fort Yukon. Wie Tausende andere aus den Dörfern Alaskas hat sie ihre Heimat nach dem Schulabschluss verlassen und lebt jetzt in der Stadt.

Zugefrorener See in Alaska. Doch es wird wärmer, der Permafrost geht zurück und gibt Bakterien frei, die bislang im Eis eingeschlossen waren.

Die Lage ihrer Landsleute sieht sie wegen des Klimawandels als dramatisch an. “Wir haben da oben Tausende Jahre überlebt”, sagt sie. “Jetzt werden die Menschen krank, weil die Tiere krank sind.” Der zurückgehende Permafrost gebe Bakterien frei, die jahrhundertelang im Eis eingeschlossen waren. Jetzt gelangen sie ins Meer und von dort in die menschliche Nahrungskette. “Alaska hat eine irrwitzig hohe Krebsrate”, beklagt Dementieff. “Das Wasser gefriert nicht mehr, die Fischeier werden mit Bakterien verseucht – wir haben ernsthaft ein Problem.”

Stammesausweis statt Reisepass

Als Bürgermeister von Fort Yukon ist Richard Carroll Herr über ein Rathaus, eine Schule, eine Krankenstation und ein Kraftwerk. Auch ein kleines Eishockey-Spielfeld gibt es und natürlich den Flughafen – die Lebensader des Dorfes. Die Kies-Piste, die Flugsicherheitsbeamten europäischer Prägung ein wenig Kopfschmerzen bereiten dürfte, ist mitsamt einer Baracke bei kleinlicher Definition sogar ein internationaler Flughafen.

Die meisten Maschinen kommen aus Fairbanks, der nächsten größeren Stadt in Alaska, und bringen in einer guten Flugstunde Lebensmittel oder andere Waren. Manchmal ist auch ein Zahnarzt an Bord. Oder sogar ein paar Touristen, die sehen wollen, wie der Einheimische so lebt. Carroll fährt sie dann mit einem alten Schulbus durchs Dorf und erklärt ihnen, wie das Leben so aussieht. Dass sich ein eigener Sozialarbeiter um das Alkoholproblem kümmert, das unter Indianern so stark ausgeprägt ist. Dass andererseits die Gemeinde einen kleinen Liquor-Shop betreibt, wo man Bier und Schnaps kaufen kann. Das Bier kostet sechs Dollar die Dose, der Preis ist etwa dreimal so hoch wie in der Stadt. Der Transport macht alles teuer.

Einige der Flugzeuge auf dem kleinen Airport kommen auch aus Kanada herüber. Donald Trumps Grenzfantasien sind hier graue Theorie. “Ich muss nicht einmal meinen Reisepass zeigen, mein Stammesausweis reicht”, sagt Carrol. Auch er ist Mitglied des Stammes der Gwitchin-Indianer, des nördlichsten Indianerstammes Nordamerikas. Ihr Gebiet reicht von Kanada herüber nach Alaska, die Ebene des Yukon bildet die Jagdgründe der Gwitchin.

Wenn es noch wärmer wird in Alaska, sagen Einheimische, haben sie bald nichts mehr zu essen.
(Foto: picture alliance / Michael Donha)

Alaska ist der mit Abstand größte Bundesstaat der USA. Er ist auch der nördlichste und der westlichste. Mit dem 6190 Meter hohen Denali (bis: 2015: Mount McKinley) steht der höchste Berg Nordamerikas in Alaska. Auf der 1,6 Millionen Quadratkilometer großen Fläche, 1867 vom klammen russischen Reich für 7,2 Millionen Dollar erstanden, spiegeln sich die Nordlichter in drei Millionen Seen.

“Man muss auch die Chancen sehen”

Damit gibt es in Alaska ungefähr vier Mal so viele Seen wie Menschen. Die Amerikaner machten nach der Übernahme zweierlei: Alaska wurde zum Zentrum für die Ausbeutung von Bodenschätzen – vor allem Öl und Gas wurden in dem arktischen Gebiet gefunden. So viel Öl, dass eine mehr als 1200 Kilometer lange Pipeline den Rohstoff vom hohen Norden bis nach Valdez, einen eisfreien Hafen an der Südküste, bringt. Zudem wurde Alaska, auch wegen seiner geopolitisch strategischen Lage zum Militärstützpunkt ausgebaut. 20.000 US-Soldaten sind dort stationiert.

Viele von ihnen blieben nach dem aktiven Dienst dort hängen. Veteranen, ihre Angehörigen und ihr Nachwuchs machen einen nicht zu unterschätzenden Teil der Bevölkerung aus. Weiße Zuwanderer, vor allem im urbanen Anchorage zu Hause, stellen inzwischen die Bevölkerungsmehrheit.

Ölförderung vor der Küste Alaskas. Zusammen mit der Seefahrt erhält sie den US-Bundesstaat wirtschaftlich am Leben.

Und die haben mit den Sorgen und Nöten der Ureinwohner nicht viel am Hut. Dan Sullivan gehört dazu. In Ohio geboren und aufgewachsen, verschlug der Militärdienst beim US Marine Corps ihn vor fast 25 Jahren nach Anchorage, in die größte Stadt Alaskas. Er ist es, der für Alaska heute im US-Senat sitzt – nicht etwa ein Indianerhäuptling. “Man muss auch die Chancen sehen”, sagt Sullivan, wenn er über den Klimawandel spricht.

Hillary Clinton? “Eine Verbrecherin”

Eine im Sommer dauerhaft eisfreie Nordwest-Passage, ein Seefahrer-Traum seit Jahrhunderten, und die damit verbundenen wirtschaftlichen Möglichkeiten, schweben ihm vor. Frachtschiffe sparen so von New York nach Ostasien 4000 Kilometer, im Vergleich zur Route durch den Panamakanal. Von Europa aus ist die Ersparnis noch größer. Im August 2016 hatten Satelliten-Bilder der Nasa erstmals die komplette Durchfahrbarkeit gezeigt.

Seefahrt und Öl – das sind die Branchen, die Alaska wirtschaftlich am Leben halten. 60 Prozent der Jobs in dem Bundesstaat hängen direkt oder indirekt davon ab. Kein Wunder dass die der Öl-Lobby nahestehenden Republikaner dort die Mehrheit halten, kein Wunder, dass der Hass auf Barack Obama groß ist, der Bohrlizenzen von Ölfirmen zurückhielt und ganze Meeresabschnitte unter Schutz stellte. “Wenn man das Wohl von zwei Dritteln der Bevölkerung abhängig macht von nur einer Branche, und diese auch noch Auflösungserscheinungen zeigt, dann kommt Frust heraus”, sagt Enei Begay, eine Aktivistin der Climate Action Coalition in Fairbanks.

Wer den Frust sehen und spüren will, muss ins “12-Mile-Roadhouse” gehen, eine kleine Bar am Highway in dem Örtchen North Pole, zwischen Fairbanks und Anchorage. “Natürlich habe ich Trump gewählt”, sagt Rob, 58 Jahre alt und als gescheitert zu betrachten. “Das ist das mit Abstand kleinste von mehreren Übeln”, sagt er im Schein der im Sommer nicht untergehenden Sonne. Langsam öffnet er die Lose der staatlichen Lotterie, die er sich mit jedem Drink über den Tresen reichen lässt. Ein verzweifelter Ruf nach mehr Wohlstand.

Wer mit Leuten wie Rob spricht, bekommt den ganzen Hass aufgetischt, der sich über die Jahre auf das politische Establishment im fernen Washington und anderswo aufgestaut hat. Hillary Clinton? “Eine Verbrecherin.” Es herrscht eine düstere Stimmung in Alaska, obwohl schon im Frühjahr die Sonne fast durchgehend scheint, es jeden Tag sieben Minuten länger hell ist. Nicht viele Menschen sind fröhlich. Wortkarg ist als Beschreibung für den Redefluss bei manchem untertrieben.

Abgeschnitten vom Wohlstand der US-Ostküste und den großen Technologieregionen Kaliforniens, angewiesen auf Öl- und Gasbarone, teils aus dem Ausland, kämpfen die “Alaskans” um ihre Existenzen. Zugezogene wie Ureinwohner. Donald Trump ist weit weg.

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